Fairer Handel

Bei AMA Fashion stehen unsere Produzentinnen und Produzenten im Mittelpunkt.

Unser Ziel ist es, die Lebens- und Arbeitsbedingungen unserer Produzentinnen und Produzenten langfristig zu verbessern. Sie sollen wirtschaftlich unabhängig sein und über ein regelmäßiges Einkommen verfügen.

Gemeinsam entscheiden wir mit unseren Produzentinnen und Produzenten über die Produkteigenschaften, die Beschaffenheit des Materials, dessen Qualität und und die Produktionszeit. Die Preise werden bei jeder Bestellung neu geprüft (und angepasst), um der Inflation in Ghana und Kenia Rechnung zu tragen. Alle unsere Produkte sind zu 100% vorfinanziert, da wir unsere Produzentinnen und Produzenten persönlich kennen und wissen, dass wir ihnen vertrauen können.

Unsere Produzenten arbeiten im Tageslicht – bei schönen Wetter im Schatten eines Baumes und unter einem Dach, wenn es regnet. Da die Herstellung unserer Produkte sehr zeitaufwendig ist, bestellen wir idR. mit einem Vorlauf von drei Monaten. Dadurch können unsere Weber planen und sich die Arbeit einteilen. Auf die Gestaltung des Arbeitstages nehmen wir keinen Einfluss.

Hilfe zur Selbsthilfe ist auch ein Ziel von AMA Fashion. Mittelfristig möchten wir Jugendliche, die Begabung für das traditionelle Handwerk haben, eine Ausbildung ermöglichen. Dabei möchten wir auch junge Frauen für die Kente-Weberei und die Herstellung von Jute-taschen begeistern, da diese Branchen aktuell von Männern dominiert werden.

Unsere Produkte sind umwelt- und ressourcenschonend, da bei der Herstellung kein Strom benötigt wird und die Rohstoffe soweit wie möglich ökologisch hergestellt sind.

Die Webstühle, mit der die Kente-Stoffe gewebt werden, werden manuell (und mit Pedalen) bedient – ohne Strom. Ebenso werden die Nähmaschinen, mit denen die einzelnen Kente-Streifen zusammen genäht werden, per Pedal betrieben. Die Jutefasern werden ebenfalls rein manuell mit Muskelkraft geflochten. Es gibt also keine Elektromotoren, die das Tempo vorgeben könnten.

Die Rohstoffe für die Herstellung unserer Produkte kaufen unsere Produzenten von Herstellern, die sie seit vielen Jahren kennen. Wir diskutieren regelmäßig mit unseren Produzenten über die Bedeutung ökologisch hergestellter Produkte und weisen auf mögliche umweltschädigende Produktionsweisen, z.B. beim Färben der Fasern, hin.

Aufgrund der Tatsache, dass unsere Produzenten (noch) Ein-Mann-Betriebe sind, können wir sicher ausschließen, dass Kinder an der Herstellung unserer Produkte gearbeitet haben.

 

…am Beispiel von Efo Kwame

Vor einem Jahr saß Hope neben seinem Vater in Accra unter einem Mango Baum und guckte ihm beim Weben zu. Damals stand er kurz vom seinem Abitur. Da Efo Kwame die Schulgebühren nicht bezahlen konnte, blieb Hope aber zu Hause.

Efo Kwame und Hope sind kein Einzelfall in Ghana (oder besser gesagt: in Afrika). Handarbeit lohnt sich fast nicht mehr, weil viele billige Massenprodukte aus anderen Ländern den Markt überschwemmen. Und die Menschen, die selbst nicht viel Geld haben, kaufen natürlich die günstigste Ware.

Trotz harter, körperlicher Arbeit, häufig mehr als acht Stunden am Tag am Webstuhl, kann Efo Kwame seine Familie nicht ernähren. Das liegt zum Teil auch an den ungerechten Strukturen und Mechanismen des Welthandels.

Mittlerweile hat Hope sein Abitur erfolgreich bestanden und bewirbt sich an verschiedenen Universitäten für einen Studienplatz.

Efo Kwame berichtet: „Manchmal kommen Gruppen aus dem Ausland zu uns und suchen gute Weber in unserem Dorf. Sie geben uns Aufträge, und wir weben unter Zeitdruck. Manchmal einen Monate lang – aber dann verschwinden Sie. Wir wissen nicht, was Sie mit unseren Produkten machen und wir sind dann plötzlich wieder arbeitlos. Ich will aber meinen Kunden die Geschichten, die hinter dem Muster und den ausgewählten Farben stecken erklären. Ich will meine Familie ernähren können und meinem Sohn Hope eine bessere Zukunft durch bessere Bildung geben.“

Efo Kwame wünscht sich, für seine Arbeit gerecht belohnt und für seine handwerklichen Fähigkeiten anerkannt zu werden.